Rachel Kolly d'Alba

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- 02. Oct. 2011, published in « Sonntagzeitung » , Text: Kai Luehrs-Kaiser

«Without doubts, Rachel is the most gifted swiss violinist since Mrs Stucki - who recently died »

Classical


© SonntagsZeitung; 02.10.2011; Seite 48

Kultur

Sengender Geigenklang

Tipp der Woche: Rachel Kolly dAlba begeistert mit «French Impressions»
Lodernd rotes Haar. Und ein Ton wie Lava. Bei der Schweizer Geigerin Rachel Kolly d’Alba wirkt die üppig-flammende Haarpracht wie ein Bekenntnis. Ihr sengender, elementarisch gewaltiger Geigenklang scheint mit Urkraft aus ihr hervorzubrodeln. Wenn nicht alles täuscht, handelt es sich bei Rachel Kolly d’Alba um die begabteste Schweizer Violinistin seit der kürzlich verstorbenen Aida Stucki – der grossen Lehrerin von Anne-Sophie Mutter.

Geboren in Lausanne, begann die kleine Rachel fünfjährig mit der Geige und debütierte öffentlich mit zwölf. 1997 gewann sie den Prix Paderewski und etliche andere Auszeichnungen. Nur für sie reaktiviert das eigentlich stillgelegte Label Warner Classics seine E-musikalischen Aktivitäten. Zu Recht. Ihre CD «French Impressions» besticht durch einen unverzärtelt dringlichen, ja explosiven Ton-Ansatz ohne unnötiges Parfüm. Durch das 3. Violinkonzert von Camille Saint-Saëns pflügt sich die 30-Jährige auf der Suche nach musikalischer Substanz. Und wird prompt fündig. Chaussons «Poème» hörte man kaum je so temperamentsberstend, Ravels berühmte «Tzigane» selten so furchtlos, reichhaltig und tief. Der aus Luzern bekannte Dirigent John Axelrod, inzwischen nach Nantes gewechselt, kommt kaum mit.

Mit Rachel Kolly d’Alba verbindet sich die Hoffnung auf einen Neustart bedeutender Klassikkünstler aus der Schweiz. Um die ist es seit den Tagen eines Edwin Fischer (1886–1960, Pianist) oder Volkmar Andreae (1879–1962, Dirigent) etwas stiller geworden. Freilich nicht ganz: Philippe Jordan, die nächste CD müssen Sie dirigieren!

**** Rachel Kolly d Alba, «French Impressions» (Warner)

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