Rachel Kolly d'Alba

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-10 DEC 2009, « Appenzeller Zeit » Ferdinand Ortner
"EIN BERUHRENDES MUSIKERLEBNIS"


Ein berührendes Musikerlebnis schenkten die junge Violinistin Rachel Kolly d’Alba aus Lausanne und der französische Pianist David Bismuth einem animierten Publikum zum Abschluss der Konzertreihe 2009 in der Kunsthalle Zieglehütte. Das hochkarätige Programm mit Spitzenwerken prominenter Komponisten des 19. Jahrhunderts umfasste vier Highlights der klassischen und romantischen Solo-Literatur

Der Bogen spannte sich von sehr anspruchsvollen Werken der berühmten österreichischen Tonschöpfer Ludwig van Beethoven (1770-1827) und Franz Schubert (1797-1828) zu Bravourstücken der bedeutenden französischen Romantiker César Franck (1822-1890) und Maurice Ravel (1875-1937). Die diffizile künstlerische Aufgabe, diese faszinierende Musik authentisch mit subtilem Ausdruck und virtuoser Brillanz zu interpretieren, löste das Künstler-Duo tief beeindruckend. Die temperamentvolle Violinistin - konzentriert und behertzt musizierend- erfreute mit biegsamem blühenden Geigenton und intensivem emotionalen Ausdruck. Der Pianist überzeugte als mitgestaltender Partner, der Sicherheit ausstrahlte und wesentlich zum Konzerterfolg beitrug.

Beethoven und Schubert: Den Abend eröffneten die beiden Künstler mit Beethovens anspruchsvoller «Violinsonate in F-Dur», op. 24 – bekannt als «Frühlingssonate». Sie schufen schon zu Konzertbeginn im «Allegro»-Kopfsatz, der auf einem vielfältigen Themenkomplex basiert, mit elanvollem, transparenten Spiel eine heitere Konzertatmosphäre. Im expressiven «Adagio» erfüllten sie im Wechselgesang zwischen Violine und Klavier die weit gezogene, von Arabesken umrankte Melodielinie mit feiner Klangpoesie. Sehr dynamisch und präzis wirkte dann das breit angelegte farbige «Rondo»-Finale mit den kontrastierenden Gegenthemen und dem musikantisch schwungvollen Schluss. Als ungemein spannungs- und abwechslungsreiches Bravourstück präsentierten Rachel Kolly d’Alba und David Bismuth das «Rondo brillant» von Franz Schubert, ein Opus mit traumhafter Melodik, dramatischen Akzenten und rhythmisch geprägter Virtuosität. Die beeindruckende Melodie- stimme der Violine konnte sich über den begleitenden Klaviertriolen frei entfalten. Besonders effektvoll gelang auch das kontrastreiche «Rondo», das in einem rauschenden Schluss gipfelte.

Musikalisches Feuerwerk : Nach der Pause fühlten sich die beiden Instrumentalisten besonders in ihrem Element. Die Violinsolistin ging ganz aus sich heraus, bestach durch leidenschaftlichen, emotionsgeladenen Vortrag und wurde dabei wirkungsvoll durch das akzentuierte Spiel des Pianisten unterstützt. So erfuhr die «Sonate in A-Dur» des Wahlfranzosen César Franck eine packende Wiedergabe. Das Opus sprühte vor kontrapunktischer Kreativität, Phantasie und Gefühlsüberschwang. Wunderschöne Liedmelodien und lyrische Szenen wechselten mit dramatischen Steigerungen, ekstatischer Erregung und rasanter Rhythmik. Auf das lyrische «Allegretto» folgten ein flott bewegtes «Allegro» und als spezielle Glanzpunkte die kontrastreiche «Fantasia» sowie das furiose Finale. Als mitreissende Virtuosen-Nummer erwies sich das Maurice Ravel-Opus «Tzigane – Rhapsodie de concert». Die Violinsolistin als «Zigeunerin» meisterte nicht nur im einleitenden grossen Kadenz-Monolog die Flageoletts, Pizzicati, vielgriffigen Akkorde und andere spieltechnische Feinheiten souverän, sondern setzte auch im Dialog mit dem Pianisten solistische Highlights. Die beiden zündeten ein folkloristisch inspiriertes, musikalisch-rhythmisches Feuerwerk, das die Zuhörer und Zuhörerinnen begeisterte und einen Beifallssturm auslöste. Die Künstler bedankten sich beim Publikum mit einer originellen Ragtime-Hit und dem «Marche miniature viennoise» von Fritz Kreisler.




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