Rachel Kolly d'Alba

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- 15 April, "Berner Zeitung", Oliver Meier "Coolness? das ist nicht mein Wort"

EINE FESSELNDE INTERPRETATION

Ysaÿe 6 solosonaten ‚óŹ «Coolness? Das ist nicht mein Wort»

Eine Hochbegabte auf dem Weg nach oben: Die Lausanner Violinistin Rachel Kolly D’Alba legt eine erfrischende Einspielung von Eugène Ysaÿes Solosonaten vor. Am Mittwoch tritt sie mit dem Sinfonie Orchester Biel auf.

Ziemlich cool steht sie da, mit strengem Blick. Die eine Hand steckt in der Hosentasche, mit der anderen umklammert sie ihr teures Instrument – eine Stradivari von 1727. Ist das nun jene «Coolness», die sie in einem Interview verfochten hat, als Rezept für die Zukunft der Klassik? Rachel Kolly D’Alba lacht darüber bloss. «Coolness? Das ist nicht mein Wort, das hat man mir wohl in den Mund gelegt», meint die 28-Jährige. «Um die Klassik lebendig zu halten, muss man sie als zeitgenössische Musik interpretieren. Das ist das Wichtigste.» Es ist das Credo einer Hochbegabten, die früh wusste, wohin sie wollte. «Ich habe immer für die klassische Musik gelebt.» Mit fünf erhielt sie ihre erste Geige und wollte sie nicht mehr loslassen. «Ich habe sie sogar mit ins Bett genommen», erzählt die Lausannerin. Bereits mit zwölf trat sie als Solistin auf und gewann erste Preise, mit 14 hatte sie das Lehrdiplom in der Tasche. Rachel Kolly D’Alba ging nach Bern an die Hochschule der Künste, studierte weiter in Paris.

Stolz der Feuilletons

Heute ist sie Mutter einer vierjährigen Tochter – und der Stolz der Westschweizer Feuilletons. Dort wird sie gerühmt als «eine der renommiertesten Schweizer Geigerinnen ihrer Generation», die acht Stunden pro Tag übt, 80 Konzerte pro Jahr gibt und daneben noch die Zeit findet, in Montreux ein Festival zu leiten. Fesselnde Interpretation Mit ihrem zweiten Soloalbum setzt Rachel Kolly D’Alba zum Durchbruch an – ennet dem Röstigraben und im Ausland. Die Chancen stehen nicht schlecht. Ihre Einspielung der sechs Solosonaten von Eugène Ysaÿe klingt kantig, frisch, temperamentvoll.

Eine fesselnde Interpretation

jenseits von oberflächlicher Virtuosität, mit viel Sinn für die unterschiedlichen Klangwelten. Und ebenso eloquent, wie sie spielt, spricht sie darüber – über das allmähliche «Hineinwachsen» in diese Werke, über ihre Faszination für den belgischen Komponisten und Geigenvirtuosen Ysaÿe, ihre Vorliebe für das spätromantisch-impressionistische Repertoire. Für eine adäquate Vermarktung sorgt derweil das grosse Warner-Label, bei dem sie einen Exklusivvertrag erhalten hat. Von einer DVD ist die Rede, von einer Tournee durch China, durch die USA. Und wer von Marketing spricht, darf auch von den Bildern nicht schweigen, die auf ihrer Webseite zu sichten sind – bunte Fotos mit plakativen Posen, die sie selber ausgewählt hat, als «Mittel, um meine Musik zu verkaufen». Das pragmatische Kalkül scheint nun ennet dem Röstigraben erste Früchte zu tragen: Erst kürzlich klopfte die «Schweizer Illustrierte» für eine Story bei ihr an. In der Romandie, sagt Rachel Kolly D’Alba schmunzelnd, habe sich bisher kein Peoplemagazin für sie interessiert. Oliver Meier
CD: Rachel Kolly D’Alba: Passion Ysaÿe, Warner Classics. Auftritt mit dem Sinfonie Orchester Biel: Mi, 21.4., 20 Uhr, Kongresshaus Biel. Tickets: www.sob-osb.ch. >





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