Rachel Kolly d'Alba

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- 22 NOV. 2010, "Stadt Solothurn", S. Rietz. "Mit Kraft, Intelligenz, Innigkeit und Bravour"

Stadtorchester «Spanisches Feuer» hat sich das Stadtorchester Solothurn als Motto für die mit Édouard Lalos «Symphonie Espagnole» abgeschlossene Konzertsaison gewählt. Dieses Motto konnte es mit der Schweizer ViolinistinRachel Kolly d’Alba – die den Solopart furios spielte – leidenschaftlich erfüllen. Von Wundergeigern, Wundergeigen und spanischem Kolorit kündete das letzte Saisonkonzert: Rachel Kolly d’Alba brillierte auf ihrer Stradivari und zeigte, dass sie zu den künftigen Sternen am Geigenhimmel zählt. Édouard Lalo schrieb mit seiner «Symphonie Espagnole» ja weniger eine Sinfonie als vielmehr ein gross angelegtes Geigenkonzert. Der spanische «Teufelsgeiger» Pablo Sarasate hatte die von Lalo verwendeten Melodien gesammelt und spielte die Uraufführung des ihm gewidmeten Konzertes.

Totale Identifikation

Die 1981 in Lausanne geborene Geigerin startete als Wunderkind und spielte bereits in frühester Jugend mit renommierten Orchestern. Sie widerstand der Versuchung, die fünfsätzige «Symphonie Espagnole» als Virtuosen-Reisser zu servieren, widmete sich mit fast beiläufiger Virtuosität und souveräner Meisterschaft dem wegen seiner freien Rhythmik schweren Violinpart. Mit Kraft, Intelligenz, Innigkeit und Bravour punktete Rachel Kolly d’Alba. In den melodiösen Passagen begeistert sie mit fliegenden Wechseln zwischen hohen und tiefen Lagen. Gebietet über einen warmen Ton, Fülle und eine exakte Dynamik. Rückhaltlos identifiziert sie sich mit Lalos Leidenschaft, spielte ekstatisch und furios.

Die Balance zwischen Bläsern und Streichern wurde nicht immer gewahrt. Doch Rachel Kolly d’Alba schlug dermassen expressive Funken aus der kostbaren Stradivari, die sowohl auf das Orchester als auch auf das Publikum übersprangen. Mit der zum Auftakt gespielten ersten Sinfonie von Beethoven und der «Symphonie Espagnole» ist dem Stadtorchester Solothurn ein wunderbar stimmiger Saisonschluss gelungen: Die Zuhörenden feierten die Solistin enthusiastisch.



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